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Gelbes Wetter
Ich hatte schon letztes Jahr berichtet, dass der Himmel gelb war - vorgestern war er es wieder. Und mit Gelb meine ich Gelb und nicht irgendwie gelblich. Das Problem ist dies auf einer modernen digitalen Kamera festzuhalten, denn: diese haben einen automatischen Weissabgleich.
Was ist das?
Es gibt verschiedene Belichtungs-Situationen, beispielsweise mit Neonröhren (Kunstlicht) oder normalem Tageslicht. Unser Hirn interpretiert Weiss immer als Weiss, ist also sozusagen unser Weissabgleich. Eine Kamera und deren Ergebnis kann das nicht und das Bild wirkt stichig. Daher gibt es einen Sensor in der Kamera der die Farbtemperatur misst und entsprechend versucht den “Stich” aus dem Bild rauszurechnen.
Zurück zum gelben Himmel: Mit automatischem Farbabgleich kam folgendes Bild zu Tage:
Kein schönes Bild - ein normaler wolkenverhangener Tag in einer Megacity. Interessant wirds erst, wenn man die Kamera manuell auf Tageslicht stellt :
Das war die original Szenerie. So sah es original aus - es ist nicht irgendwie eine künstliche Sepia draufgelegt - das war die Sicht aus dem Fenster bei Tag! Im obersten Bild hatte die Kamera versucht die Stimmung “herauszurechnen”, um ein neutrales Bild zu bekommen. Das untere Bild wiederum zeigt recht gut die tatsächliche Wetterlage.
Genug Technik, ich finds faszinierend genug, dass an einem normalen Tag der Himmel so dermassen Gelb werden kann und hab dafür keine echte Erklärung. Eine Theorie ist, dass die hohe Luftfeuchtigkeit (fragt nicht) alle Staub- und Schmutzteile bindet und quasi konzentriert. Es ist meiner Meinung nach die schlimmste Wetterlage, die man in Shanghai erleben kann. Draussen ists absolut unerträglich - selbst wenn man nicht wie ich schwitzt wie ein Schwein - hat man einfach das Gefühl keine Luft zu kriegen. Man meint in der Luft zu ertrinken. Gottseidank kann ich diese Tage bis jetzt an einer Hand abzählen.
Die noerdliche Hauptstadt
…eine Sach- und Lachgeschichte!

Freitags morgens hab ich mich hundemuede in den Flieger geschleppt und hab mich endlich auf den Weg in die Hauptstadt gemacht. Eigentlich wollte ich nicht wirklich nach Peking, weil ich vermutete, dass es da viel Kultur, viele Palaeste und noch mehr Tempel zu sehen gibt und ich davon eigentlich schon genug hab. Aber wenn man mal laengere Zeit in China war, dann ist der Trip einfach ein Muss. Zum Glueck wurde mir ein sehr sehr schoenes Hotel in der Innenstadt organisiert: das Crowne Plaza (kann ich uneingeschraenkt empfehlen).
Kaum angekommen gings dann leicht gehetzt auch direkt zum Sommer Palast. Eine Anlage etwas ausserhalb der Stadt, in die sich der Kaiser an den heissen Tagen zurueckzog. Natuerlich sehr imposant, vor allem die Groesse des Gelaendes.
Aber auch irgendwie uebertrieben - voellig uebertrieben. Das war der erste Eindruck von Beijing und der sollte sich noch weiter festigen.
Naja ehrlich gesagt lassen mich solche Kulturstaetten relativ kalt. Nichtsdesto trotz schoen ma gesehen zuu haben - jetzt kann ich zumindest mitreden.
Zurueck in der Stadt gabs Abendessen. Pekingente hab ich verweigert, weil ich sie schon in Shanghai hatte und immer noch nicht weiss was so toll daran ist (nicht zu vergleichen mit deutscher Pekingente die lecker ist). Also gabs die beruehmten Beijing Noodles - kalte Nudeln mit Gemuese und einer herzhaften Sosse … superlecker. Und gebratene Milch - auch lecker! Ich weiss gar nicht mehr wann, aber irgendwann sind wir auch noch ueber die Foodstreet geschlendert, von der ich gleich mehr berichte.
Abends gings dann noch nach Houhai - einer Barstrasse. Anders als in Shanghai knubbeln sich da irgendwie (gefuehlt) alle Bars der Stadt. Jede Bar bietet mehr oder minder attraktive Live-Musik (alles so Fahrstuhlmusik) und jede Bar bietet jede Menge Couches im Freien und drinnen. War ganz nett - aber irgendwie keine echte Party-Atmosphaere (jedenfalls nicht vergleichbar mit dem “was ich so kenn”).
Naja ich brauchte ja auch noch genug Energie fuer Tag 2 - der fing naemlich direkt mit der grossen Mauer an … Himmel und Menschen hatte ich erwartet … und bekommen. Naja die Mauer ist wie der Somemrpalast - masslos uebertrieben. Anders ist es nicht zu beschreiben. Und wenn man sich daran erinnert, wieviel Schweiss und Blut fuer den Bau geopfert wurde stimmt einen das schon nachdenklich. Nichts desto trotz natuerlich schon imposant. Vor allem wenn man gefuehlt die ganze Mauer abgeschritten hat. Mir tun immer noch die Fuesse weh.
Im Anschluss gings wieder in die Stadt zurueck und in eine grosse Einkaufs- und Flaniermeile, die sozusagen den Zubringer in die verbotene Stadt darstellt. Dort gabs dann ein sehr lokales Mittagessen (gedrechselte Knochen mit einem Hauch Lamm) und schliesslich erreichten wir den Platz des Himmlischen Friedens, der sich direkt vor der verbotenen Stadt befindet und der groesste Platz der Welt ist (Stichwort uebertreiben). Anschliessend gings eine Metrostation Richtung Hotel und vorher machten wir noch einen Abstecher in besagte Foodstreet auf der alles moegliche (fuer Touristen) angeboten wird…
Ein bisschen Skepsis ist zwar angebracht:
schmeckt aber lecker!
Die kleinen Skorpione, die man auf dem andern Foto im Album sieht, leben im Uebrigen noch und wackeln froehlich aufgespiesst vor sich hin. Daran darf man sich nicht stoeren.
Abends gings dann noch Richtung Olympic Center mit dem beruehmten Vogelnest - sehr imposante Konstruktion! Das ist schon eher nach meinem Geschmack.
Fuer den naechsten Tag war dann wohl der groesste Brocken geplant: Forbidden City. Bevor ich mir aber die volle Droehnung Kultur geben konnte, brauchte ich noch was echt cooles. Nur einen Steinwurf von der verbotenen Stadt - wobei ich mir sicher bin, dass Steine werfen dort verboten ist, steht die neue Beijing Oper, und das Gebaeude trifft genau meinen Geschmack. Einfach eine irre Konstruktion!
Natuerlich auch wieder mit Superlativen gespickt, aber laesst man mal dieses Groesste, Dickste, Laengste beiseite einfach nur ein sehr schoener Bau. Fuer 4 Euro durfte man auch die 3 grossen Hallen - die Oper, das Theater und die Konzerthalle - besichtigen. Dabei hat mein Deo (was mehr als noetig war weils 30 Grad hatte) beinah einen Code Red ausgeloest. Naja safety first und mit so einem Deo kann man ja schon so 2, 3 Haeuserblocks sprengen.
Naja egal, war auf jedenfall toll! Mental gestaerkt gings in die verbotene Stadt - ich nenn sie gern die uebetriebene Stadt. Stadt ist in dem Zusammenhang uebrigens nicht uebertrieben - es ist kein Dorf, sondern eine echte Kleinstadt. 90% machen allerdings irgendwelche Hallen aus - man gelangt von einem Thronsaal in den naechsten.
Es steckt natuerlich auch jede Menge (langweilige) Geschichte dahinter, welcher Kaiser mit welcher Geliebten welches Kind gezeugt hat, welches dann wiederum seine Geschwister getoetet hat, aber sich das alles zu merken ist ein Unding. Nach der verbotenen Stadt gings in eine der zahllosen Seitengaesschen - sogenannte Hutongs, wo man das “urspruengliche” Leben sieht. Wir hatten einen ganz guten Hutong erwischt, der nicht tourisiert war. Leider hab ich keine Fotos davon gemacht - is aber auch nicht sonderlich “fotogen”
Anschliessend gings nach einer kurzen Erfrischung im Hotel in ein von mir ausgesuchtes Restaurant -> ein Expat-Shelter. Ich weiss nicht, aber die finde ich immer zielstrebigst (liegt vielleicht an meinem Expatriate-Status). War aber sehr gut. Es handelte sich um ein Restaurant, welches sich auf Dumplings, sprich Jiautze und Bauze spezialisiert hat. Dementsprechend haben wir … nein ich… zugeschlagen.
Abends haben sind wir dann nochmal durch einige Souvenirstrassen gebummelt und sind in Houhai auf einen Hopfenbluetentee und ein Spielchen eingekehrt.
Am letzten Tag gings dann doch nochmal in einen Tempel - der Temple of Heaven. Ein tibetanischer Tempel. Die Besonderheit ist, dass es dort - im Gegensatz zum normalen Buddhismus - maennliche und weibliche Buddha gibt und man diese auch in eindeutigen Posen sieht:
Bhudda of “Happiness” - das is die Happiness von der die Chinesen immer reden? AH!
Dann war der Kurztrip auch schon wieder beendet und es ging zum Flughafen, der vielleicht gigantisch sein mag (Terminal 3 allein ist so gross wie Heathrow), aber zumindest den Teil den ich gesehen hatte war ziemlich schaebbig.
Fazit: Beijing ist ein ganz andere Stadt und unterstreicht einmal mehr meine Aussage, dass solche grossen Staedte ihre ganz eigene Kultur haben. Eine Stadt anhand von 4 Tagen zu beurteilen waere unfair, auf den ersten Blick ist sie aber definitiv nicht so “shiny” wie Shanghai oder HK.
Von der beruehmten Warmherzigkeit der Beijingnesen hab ich nicht viel mitbekommen - ich denke aber, dass es sich durchaus lohnen koennte laengere Zeit dort zu leben, um den Flair und die geheimen Ecken zu erkunden. Auf meiner Staedte-Skala belegt Beijing trotzdem nur einen der unteren Plaetze. Unangefochtene Nr. 1 ist und bleibt HK, dicht gefolgt von Shanghai itself. Die naechste Metropole ist Shenzhen (12 Mio Einwohner). Mal sehen ob sich dann was in den Charts tut (verraten wird noch nix).
Auf nach Beijing…
Morgen gehts endlich wieder los - diesmal Peking! Zwar nur 4 Tage - da ist wieder keine Entspannung in Sicht - aber dann hab ich das Thema auch abgehakt … und einiges zu sehen gibts da ja auch. Ihr koennt Euch schon jetzt auf viele Fotos freuen (uebrigens hats da grad so um die 30Grad). In meiner Vorbereitungslektuere - von www.wikitravel.org - hab ich folgenden Absatz zum Thema Strassenverkehr gefunden bei dem ich Traenen vor Lachen hatte.
“Crossing the road in China is an art and may be difficult for pedestrians unused to Beijing’s particular driving styles. Before crossing, assume that none of the road users will give way to you, even if a policeman is present. Zebra crossings are redundant. Chinese drivers lean on the horn heavily and frequently play games of chicken with pedestrians and other vehicles. Should you hear a loud horn when crossing the road, always look around as there is probably a car right behind you or heading straight for you. Should you find several cars and bicycles veering towards you from different directions, do not try to run to safety; instead, stand still. For drivers and cyclists a stationary obstacle is easier to avoid. Also note that traffic light crossings have zebra stripes painted on the road, but you should only cross when the walk light is green. As with pedestrian crossings in many countries, there is strength in numbers. When a mass of people crosses together cars are more likely to stop or slow down.”
Speziell “For drivers and cyclists a stationary obstacle is easier to avoid.” - Stichwort Foetushaltung auf der Kreuzung =o). Naja gilt ja im Prinzip auch fuer Shanghai und da heissts Mut zur Luecke!
Ich verabschiede mich schonmal, hab gestern wieder bis halb 2 gemacht und muss heut frueh ins Bett. Der Flieger morgen startet ja auch rechtzeitig.
Melde mich, wenn ich wieder zu Hause - Shanghai - bin….
Die “Weihnachtsfeier”
Gitbs hier natürlich in dem Sinne nicht - dafür das Appreciation Dinner. Eine Mischung aus Weihnachtsfeier, Karneval, Karaoke, spass und bitterem Ernst.
War ein sehr kurzweiliger Abend, die Bilder finden sich an gewohnter Stelle - leider sind die Videos a Stückerl zu gross um sie zu posten… vielleicht krieg ich sie am Wochenende runtergerechnet, hab ich aber noch nie gemacht. Also versprechen will ich nix.
Die Presse
Naja Journalismus, Presse und China ist ja ne Sache für sich. Allgemein gibts in Shanghai 2 Blätter die in Englisch berichten und die sich zu lesen lohnen - die Shanghai Daily und die China Daily. Nichts desto trotz beinhalten beide Blätter in manchen Artikeln eine ganz besondere Art von Humor, wie das folgende Beispiel zeigt:
Gefunden heute, 15.März, in der China Daily, Überschrift:
13 tigers die in 3 months
In besagtem Artikel geht es darum, dass in einem Zoo in Shenjang 13 sibirische Tiger offensichtlich aufgrund falscher Pflege verendet sind. In Anbetracht der Tatsache, dass die Art vom Aussterben bedroht ist natürlich ein Disaster.
Weiter heisst es im Artikel, dass die Pfleger in Streik getreten waren, weil sie seit 18 Monaten kein Gehalt mehr bekommen hatten. Das da jemand - nämlich die Tiere - zu kurz kommen kann sich wohl jeder selbst ausmalen.
Und jetzt kommt der Knaller, ferner heissts nämlich weiter und ich zitiere wörtlich:
“The zoo has had to use office workers to feed the animals.”
Ich möchte nochmal daran erinnern es geht um Tiger! Da kann man so einen Satz schon missverstehen.
Und in dem Stil gibts eigentlich täglich mindestens einen Artikel, der einen zum Schmunzeln bringt.
Hier noch zum selber nachlesen: http://www.chinadaily.com.cn/china/2010-03/15/content_9588097.htm
n
Western Weeks in McChina
Mein kleiner Supermarkt direkt vor der Tür hat zugemacht. Hoffentlich nur um zu renovieren! Nichtsdestotrotz brauch ich die ein oder andere Kleinigkeit und daher hatte sich heute seit glaub einem halben Jahr mal wieder die Gelegenheit ergeben in den Carefour - auch Jia Le Fu genannt - zu gehen. Ich glaub das ist die 2. grösste Handelskette der Welt nach Walmart.
Und ausgerechnet heute waren irgendwie Sonderrabatt Wochen. Und wieder war ich voll in China! Wenn man da nicht brachial mit Wagen in die Hacken fährt kommt man da keinen Millimeter voran - aber das wirklich krasse: das wird als vollkommen normal betrachtet… einfach unverständlich.
Naja egal, jedenfall ist der Carrefour natürlich 10mal grösser als der kleine Supermarkt vor der Tür (hat ungefähr die Grösse eines Reals oder Globus) und hat demzufolge viel mehr Artikel - auch Westliche. Das hiess erstmal eindecken mit Ariel! Ganz wichtig! Und da ich vor CNY einen Hong Bao bekommen hatte - einen roten Umschlag mit einem Einkaufsgutschein über 50 Euro - hab ich auch bei den Hygieneartikeln nochmal richtig zugeschlagen. Das Problem hierbei ist nämlich das folgende: man kennt die Marken und sieht sogar ungefähr welchen Geruch beispielsweise ein Shampoo hat, aber was man einfach nicht rausbekommt als Analphet ist ob das jetzt ne Spülung ist, ein Conditioner, Bodylotion, Bodypeeling oder weiss der Himmel noch was. Es ist einfach nicht machbar. Zum Glück gibts ein Glasschränkchen mit westlichen Produkten auf denen wenigstens auf Englisch steht was drin ist. Aber wie das solche Glasschränkchen an sich haben sind die eben (verhältnismässig) teuer. Naja hab trotzdem zugeschlagen - will ja gut aussehn für Singapore ;o).
Und weiter gings: zum Essen. Noah! Noahahahhaaaaa!!!! Am Käse vorbei (da war leider kein guter) - wenn ich wieder in Deutschland bin ernähr ich mich nur noch von Käse auf Brot!!! Weiter an der Wurst vorbei. Egal wie die aussieht in China gilt: NICHT KAUFEN! Nicht weil sie schlecht ist, sondern weil sie IMMER fürchterlich schmeckt. Aber allein der Anblick! Wenn ich wieder in Deutschland bin ess ich nur noch Käse und Wurst auf Brot. Weiter gings am Joghurt vorbei. Wenn ich in Deutschland bin ess ich nur noch Käse und Wurst und Joghurt auf Brot. Der Hunger wurde grösser und grösser und die Hände haben instinktiv angefangen zu schaufeln. Aber ich hatte mich noch erstaunlich gut im Griff und bin tatsächlich völlig fehlerfrei an den Süssigkeiten vorbeigekommen. Lag aber auch daran, dass ich bei dem Gedrängel keine Lust mehr hatte. Und kaum war man an der Kasse vorbei und hat gedacht man hätte es geschafft schlagen sie mit ihrer brutalsten Waffe zu … einer der wenigen Subway-Stores. Falle erkannt und doch reingetappt. Sekunden später fand ich mich am Tresen wieder einen grossen BMT mit extra Käse und extra Bacon bestellen (völlig bescheuert). Bestellt, gekauft und gegessen! Aber es war einfach soooo köstlich!
Jetzt mach ich mich gleich ma ans auspacken, vielleicht ist ja doch noch ein kleiner Schokoriegel im Kaufrausch mit in die Taschen gerutscht. Tut auf jeden Fall ab und zu ma ganz gut Westware zu sehen - das Kaufhaus des Westens, ich komm mir vor wie ein Ossi.
VMWare fürs iPhone
Vorsicht Technik:
Nennt mich Nerd - ich finds cool:








