Archive for Juli, 2010
Die noerdliche Hauptstadt
…eine Sach- und Lachgeschichte!

Freitags morgens hab ich mich hundemuede in den Flieger geschleppt und hab mich endlich auf den Weg in die Hauptstadt gemacht. Eigentlich wollte ich nicht wirklich nach Peking, weil ich vermutete, dass es da viel Kultur, viele Palaeste und noch mehr Tempel zu sehen gibt und ich davon eigentlich schon genug hab. Aber wenn man mal laengere Zeit in China war, dann ist der Trip einfach ein Muss. Zum Glueck wurde mir ein sehr sehr schoenes Hotel in der Innenstadt organisiert: das Crowne Plaza (kann ich uneingeschraenkt empfehlen).
Kaum angekommen gings dann leicht gehetzt auch direkt zum Sommer Palast. Eine Anlage etwas ausserhalb der Stadt, in die sich der Kaiser an den heissen Tagen zurueckzog. Natuerlich sehr imposant, vor allem die Groesse des Gelaendes.
Aber auch irgendwie uebertrieben - voellig uebertrieben. Das war der erste Eindruck von Beijing und der sollte sich noch weiter festigen.
Naja ehrlich gesagt lassen mich solche Kulturstaetten relativ kalt. Nichtsdesto trotz schoen ma gesehen zuu haben - jetzt kann ich zumindest mitreden.
Zurueck in der Stadt gabs Abendessen. Pekingente hab ich verweigert, weil ich sie schon in Shanghai hatte und immer noch nicht weiss was so toll daran ist (nicht zu vergleichen mit deutscher Pekingente die lecker ist). Also gabs die beruehmten Beijing Noodles - kalte Nudeln mit Gemuese und einer herzhaften Sosse … superlecker. Und gebratene Milch - auch lecker! Ich weiss gar nicht mehr wann, aber irgendwann sind wir auch noch ueber die Foodstreet geschlendert, von der ich gleich mehr berichte.
Abends gings dann noch nach Houhai - einer Barstrasse. Anders als in Shanghai knubbeln sich da irgendwie (gefuehlt) alle Bars der Stadt. Jede Bar bietet mehr oder minder attraktive Live-Musik (alles so Fahrstuhlmusik) und jede Bar bietet jede Menge Couches im Freien und drinnen. War ganz nett - aber irgendwie keine echte Party-Atmosphaere (jedenfalls nicht vergleichbar mit dem “was ich so kenn”).
Naja ich brauchte ja auch noch genug Energie fuer Tag 2 - der fing naemlich direkt mit der grossen Mauer an … Himmel und Menschen hatte ich erwartet … und bekommen. Naja die Mauer ist wie der Somemrpalast - masslos uebertrieben. Anders ist es nicht zu beschreiben. Und wenn man sich daran erinnert, wieviel Schweiss und Blut fuer den Bau geopfert wurde stimmt einen das schon nachdenklich. Nichts desto trotz natuerlich schon imposant. Vor allem wenn man gefuehlt die ganze Mauer abgeschritten hat. Mir tun immer noch die Fuesse weh.
Im Anschluss gings wieder in die Stadt zurueck und in eine grosse Einkaufs- und Flaniermeile, die sozusagen den Zubringer in die verbotene Stadt darstellt. Dort gabs dann ein sehr lokales Mittagessen (gedrechselte Knochen mit einem Hauch Lamm) und schliesslich erreichten wir den Platz des Himmlischen Friedens, der sich direkt vor der verbotenen Stadt befindet und der groesste Platz der Welt ist (Stichwort uebertreiben). Anschliessend gings eine Metrostation Richtung Hotel und vorher machten wir noch einen Abstecher in besagte Foodstreet auf der alles moegliche (fuer Touristen) angeboten wird…
Ein bisschen Skepsis ist zwar angebracht:
schmeckt aber lecker!
Die kleinen Skorpione, die man auf dem andern Foto im Album sieht, leben im Uebrigen noch und wackeln froehlich aufgespiesst vor sich hin. Daran darf man sich nicht stoeren.
Abends gings dann noch Richtung Olympic Center mit dem beruehmten Vogelnest - sehr imposante Konstruktion! Das ist schon eher nach meinem Geschmack.
Fuer den naechsten Tag war dann wohl der groesste Brocken geplant: Forbidden City. Bevor ich mir aber die volle Droehnung Kultur geben konnte, brauchte ich noch was echt cooles. Nur einen Steinwurf von der verbotenen Stadt - wobei ich mir sicher bin, dass Steine werfen dort verboten ist, steht die neue Beijing Oper, und das Gebaeude trifft genau meinen Geschmack. Einfach eine irre Konstruktion!
Natuerlich auch wieder mit Superlativen gespickt, aber laesst man mal dieses Groesste, Dickste, Laengste beiseite einfach nur ein sehr schoener Bau. Fuer 4 Euro durfte man auch die 3 grossen Hallen - die Oper, das Theater und die Konzerthalle - besichtigen. Dabei hat mein Deo (was mehr als noetig war weils 30 Grad hatte) beinah einen Code Red ausgeloest. Naja safety first und mit so einem Deo kann man ja schon so 2, 3 Haeuserblocks sprengen.
Naja egal, war auf jedenfall toll! Mental gestaerkt gings in die verbotene Stadt - ich nenn sie gern die uebetriebene Stadt. Stadt ist in dem Zusammenhang uebrigens nicht uebertrieben - es ist kein Dorf, sondern eine echte Kleinstadt. 90% machen allerdings irgendwelche Hallen aus - man gelangt von einem Thronsaal in den naechsten.
Es steckt natuerlich auch jede Menge (langweilige) Geschichte dahinter, welcher Kaiser mit welcher Geliebten welches Kind gezeugt hat, welches dann wiederum seine Geschwister getoetet hat, aber sich das alles zu merken ist ein Unding. Nach der verbotenen Stadt gings in eine der zahllosen Seitengaesschen - sogenannte Hutongs, wo man das “urspruengliche” Leben sieht. Wir hatten einen ganz guten Hutong erwischt, der nicht tourisiert war. Leider hab ich keine Fotos davon gemacht - is aber auch nicht sonderlich “fotogen”
Anschliessend gings nach einer kurzen Erfrischung im Hotel in ein von mir ausgesuchtes Restaurant -> ein Expat-Shelter. Ich weiss nicht, aber die finde ich immer zielstrebigst (liegt vielleicht an meinem Expatriate-Status). War aber sehr gut. Es handelte sich um ein Restaurant, welches sich auf Dumplings, sprich Jiautze und Bauze spezialisiert hat. Dementsprechend haben wir … nein ich… zugeschlagen.
Abends haben sind wir dann nochmal durch einige Souvenirstrassen gebummelt und sind in Houhai auf einen Hopfenbluetentee und ein Spielchen eingekehrt.
Am letzten Tag gings dann doch nochmal in einen Tempel - der Temple of Heaven. Ein tibetanischer Tempel. Die Besonderheit ist, dass es dort - im Gegensatz zum normalen Buddhismus - maennliche und weibliche Buddha gibt und man diese auch in eindeutigen Posen sieht:
Bhudda of “Happiness” - das is die Happiness von der die Chinesen immer reden? AH!
Dann war der Kurztrip auch schon wieder beendet und es ging zum Flughafen, der vielleicht gigantisch sein mag (Terminal 3 allein ist so gross wie Heathrow), aber zumindest den Teil den ich gesehen hatte war ziemlich schaebbig.
Fazit: Beijing ist ein ganz andere Stadt und unterstreicht einmal mehr meine Aussage, dass solche grossen Staedte ihre ganz eigene Kultur haben. Eine Stadt anhand von 4 Tagen zu beurteilen waere unfair, auf den ersten Blick ist sie aber definitiv nicht so “shiny” wie Shanghai oder HK.
Von der beruehmten Warmherzigkeit der Beijingnesen hab ich nicht viel mitbekommen - ich denke aber, dass es sich durchaus lohnen koennte laengere Zeit dort zu leben, um den Flair und die geheimen Ecken zu erkunden. Auf meiner Staedte-Skala belegt Beijing trotzdem nur einen der unteren Plaetze. Unangefochtene Nr. 1 ist und bleibt HK, dicht gefolgt von Shanghai itself. Die naechste Metropole ist Shenzhen (12 Mio Einwohner). Mal sehen ob sich dann was in den Charts tut (verraten wird noch nix).
Es wird mal wieder Zeit…
Ich weiss es ist schon längst überfällig, dass ich mal hier was Neues blogge. Es aht sich mittlerweile auch ein bisschen was angesammelt:
- ich schulde Euch noch den Bericht über die Hauptsstadt Beijing (die Bilder gibts ja schon seit langem online
- dann gabs da noch einen Trip nach Shenzhen und ins ferne Deutschland
und schliesslich gibts noch einen kurzen Bericht über meinen Geburtstag (Bilder sind ja auch schon online)
Also ne Menge zu tun, packen wirs an…
Bin wieder da
Nach einem “Blitzurlaub” in Zhangjiagang (nur eine Nacht) bin ich wieder da. Frederiek hatte mir gesteckt, dass es eine 1:1 Kopie der Hoelle (das beruehmt beruechtigte No. 88) in Zhangjiagang gebe - und was muss ich sagen er hat recht. Die Chinesen kopieren nicht nur westliches, sondern auch sich selbst - ich hab nix dagegen. Statt BBQ gibts da zwar morgens PaoMoah (gebratenes Brot), ist aber auch sehr lecker!
Demnaechst gibts hoffentlich den schon vorbereiteten Bericht ueber Beijing und Shenzhen.
So stay tuned …
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