Archive for November, 2009
Shanghai for the first time…
Ein Gastbeitrag wie gehabt, diesmal von Christiane und Marcel:
Shanghai ist eine Stadt voller Gegensätze - Wolkenkratzer neben der old town, Gucci und Prada neben Fischköpfen und Gedärmen… Eine Stadt, die vor allem schmutzig, laut und voller Baustellen, Menschen und Smog ist - und trotzdem hatten wir Spaß, waren beeindruckt und hingerissen von quasi allem.
Zwar wurden wir überall für Amerikaner gehalten, weil wir keinen “buddha belly” haben, aber die Begeisterung war groß, als wir unsere wahre Herkunft offenbart haben, Germany ist sehr beliebt hier. Die Shanghainesen sind sehr freundlich und vor allem sehr neugierig, sofort wird nach Heimatland, Familienstand, Anzahl der Kinder und der Meinung über Shanghai gefragt.
Das chinesische Essen ist lecker, besonders die traditionellen Dumplings - die man laut Bob an jeder Ecke bekommt, bloß wir waren anscheinend zu blöd dafür. Aber als wir sie dann hatten, waren wir begeistert. Risikofreudige können Frosch, Rinderdarm, Qualle, Seegurke etc. probieren, es gibt aber auch genug leckere und weniger eklige Alternativen.
Eine Herausforderung sind übrigens die chinesischen Toiletten, das ist schlimmstenfalls eine Rinne für alle, in der man begutachten darf, was der Nebenmann/die Nebenfrau produziert hat, wenn es vorbeifließt - und bestenfalls ein einzelnes Loch für jeden. In jedem Fall ist es eine akrobatische Übung mit Ekelfaktor. Man kann auch auf westliche Toiletten zurückgreifen, man muss halt nur ein bißchen suchen…
Shanghai ist riesig, wir haben versucht, so viel wie möglich zu sehen - natürlich hat die Zeit trotzdem nicht gereicht. Lag vielleicht auch daran, dass wir den Fake Market gleich mehrmals besucht haben. Dort sollte man übrigens viel Zeit mitbringen, Handeln ist Pflicht und dauert… und der Satz “You are kidding me” fällt meist mehrmals. Aber wenn man hart bleibt, kann man locker 75% Rabatt rausschlagen!
Erstaunlich ist die Fähigkeit der Chinesen, sich immer und überall einfach durchzudrängeln, Schlangestehen kennt man hier nicht, der Schnellste und Rücksichtsloseste gewinnt. Das sorgt für Spannung beim Betreten von Aufzügen und Straßenbahnen, denn man muss versuchen rauszukommen, bevor alle Chinesen reinkommen!
Die einzige Enttäuschung war tatsächlich der ganze Touri-Kram - der Oriental Pearl Tower, die künstlichen Tempel etc. - den kann man sich unserer Meinung nach durchaus sparen. Das ist ein wie ein Plastik-Wunder-Touri-Land… Den Reiseführer also in die Tonne kloppen und lieber auf eigene Faust losziehen, die French Konzession ist auf jeden Fall einen Besuch wert und auch sonst findet man schöne Ecken.
Eine Woche haben wir nun hinter uns, und morgen gehts ab nach Bejing… neue Abenteuer warten
Von dem Bauern
Gestern waren wir - Fini und ich - bei Armin van Buuren oder auf deutsch der Armin von den Bauern im Muse II. Was noch vor dem Event aufgefallen war: die Karten waren abnorm teuer: an der Abendkasse 50 Euro - das ist schon fast der halbe Monatslohn eines Arbeiters. Naja gut egal, so oft ist er ja nicht in Downtown, also was solls.
Was als 2. Aufgefallen war nachdem wir drin waren: Die Gaderobe war heillos überfüllt. Gut ist auch kein Wunder, da man 80% des Jahres eh so wenig wie möglich Kleidung mit sich rumschleppt. Auch noch zu verschmerzen.
Was hingegen nicht ging war wie überfüllt der Laden war. Kurz nachdem der Holländer an den Knöbbchjen gedreht hat ging einfach gar nix mehr. Schicht im Schacht, einfach voll und ich meine so voll, dass man sich nicht mehr auf der Stelle umdrehen kann, geschweige denn tanzen. Und das ist wirklich ne Frechheit, denn wenn man schon die Eintrittskarten so teuer macht, muss man nicht noch den Club so overstuffen, nur um den Gewinn zu maximieren.
Die Quittung dafür bekam der Club dann nachdem der Holländer ne Viertelstunde an den Decks stand - dann gab nämlich das Soundsystem nach und es war still. Das allerdings nicht lange, denn ein so überfüllter Club meldet sich echt schnell zu Wort. Als DJ hätt ich ja die Hosen in der Situation gestrichen voll, hat der Bauer abba (natürlich) sehr gut gemeistert.
Ich hab mir in jedem Fall vorgenommen das Muse II in absehbarer Zukunft grossräumig zu umschiffen. Sowas geht einfach nicht und dafür hat der Club zu wenig zu bieten. Was natürlich aber nicht die Leistung des Herrn van Buuren schmälern soll.
So gleich gehts noch zum Tailor und dann versuch ich ma meinen Besuch zu einem obligatorischen Zwischenfazit zu zwingen. Und heut nachts endlich auf Richtung Strand, ohne Technik, Internet, Email oder sonst was. Nur en bissl Musik, en Buch und Cocktails bei 30 Grad.
So muss das sein!
Reisezeit
Gerade war irgendwas auf der Autobahn - Unfall oder Baustelle oder was weiss ich. Wir kommen jetzt gleich auf der Site an, um 9:25. Losgefahren sind wir heut morgen um 7:00. Knappe 2,5 Stunden um auf Arbeit zu kommen…. ich war schon schneller
von Leverkusen in der alten Heimat. Zumindest bin ich ausgeschlafen.
Das ist die perfekte Welle
Ich habe gerade eine Einladung zur Google Wave bekommen, leider kann ich sie auf dem mobilen Browser nicht aufrufen, ich hoffe mal es ist kein Fake, denn das wär echt klasse. Kanns kaum erwarten nach Haus zu kommen und auf der Welle zu reiten
<Edit> Ja habs probiert ist die offizielle Einladung … coooooool. Hab noch 7 weitere Einladungen zu vergeben. Wers ausprobieren will gibt Bescheid. Happy waving! </Edit>
Shoppermania
Gestern war ich mit meinen aktuellen Besuchern - Fini + Christiane & Ali + Elena - auf dem Fakemarkt. Weil ich irgendwie müde gewesen war, war ich diesmal nicht wirklich erfolgreich. Abgesehen von einem Geldbeutel für mich. Von 49€ runtergehandelt auf 6,50€. Das war aber wirklich die krasseste Ausnahme bis dato, bin trotzdem stolz drauf!
Frostbeulen
Offensichtlich zum Beweis wie kalt Shanghai sein kann sind im Büro die Heizungen ausgefallen. Es hat zwar keine deutschen Tiefsttemperaturen, aber wenn man den ganzen Tag bei 15 - 16 Grad am Rechner sitzt isses schon was schattig. Aber noch schlimmer: es macht einem bewusst dass die Technik auch im Sommer ausfallen könnte - gibts bei Ebay nicht gebrauchte Raumanzüge mit eigener Klimatechnik? Nutzbar von -170 bis + 230 Grad … Und mit einebauter Toilette - das ist doch ne Marktlücke!
P.S. Weils mittlerweile wirklich schattig ist hatte ich schon meinen ersten “German Glühwein” (für Kenner: im kleinen Cottons) sehr sehr lecker!
Taipei Teil II
Downtown:
So nun endlich mal zur Stadt Taipei selbst:
Taipei ist in ein ehemaliges Seenbecken gebaut und daher ziemlich flach, wobei es aber schon an die Berge Taiwans grenzt wodurch man ruckzuck in den Teeplantagen und damit in der Natur ist. Eines der längsten und ehrgeizigsten Tunnelprojekte der Welt beginnt gleich hinter Taipei und zieht sich unter dne Bergen bis fast zum andern Ende der Insel und ermöglicht so anstelle 6 Stunden Fahrt derer 2, wodurch auch Tagesausflüge auf die andere Seite möglich werden was wir aber jetzt nicht gemacht haben.
Taipei merkt man an, dass es die Boom-Zeit schon lang hinter sich hat. Anstatt wie es heute der Fall ist in wirtschaftlich guten Zeiten einen Prachtklotz neben den anderen zu setzen (siehe Dubei & Shanghai) konzentrierte man sich wohl eher um den Ausbau der Wirtschaft. Dadurch wirkt die Stadt nicht wirklich imposant. auc hhaben wir kein wirkliches Stadtzentrum gefunden, keine “Must-Go” Fussgängerzone oder ähnliches. Das verwirrt anfangs ein bisschen, aber man findet sich schnell damit zurecht. Auch dass die Bahn überirdisch (auf Gummireifen!) fährt ist gewöhnungsbedürftig und ich will nicht wissen wie heiss es da drin im Sommer wird.
Das Prunkstück der Stadt ist natürlich der Taipei 101. Und das Türmchen ist auch beeindruckend. Derzeit ja noch der höchste fertiggestellte Turm der Welt (der in Dubai wird Anfang Dezember eröffnet), aber wenn man in Shanghai das Financial Center jeden Tag sieht ist es dann doch nicht mehr ganz so interessant. Denn Taipei 101 mag zwar höher sein, das erreicht es aber nur mit einer entsprechend langen Antenne, während das Financial Center komplett darauf verzichtet. Daher ist die Aussichtsplattform in Shanghai auch höher als die in Taipei. Nichtsdestotrotz hat der Tower so einiges zu bieten:
Erstmal eine tolle Plattform mit einem tollen Blick über die ganze Stadt. 2. einen wahnsinnig schnellen Aufzug (mit Spoilern für bessere Aerodynamik) sowie noch das ein oder andere Highlight (wie beispielsweise der Schwingungsdämpfer in Gold). Gottseidank hatten wir ein traumhaftes Wetter erwischt und es war so gut wie nichts los auf dem Turm so dass wir in aller Ruhe durch konntne und nirgends warten mussten.
Ansonsten hat die Stadt natürlich all das übliche zu bieten: Parks, Museen, Einkaufsmeilen, Nachtmärkte, Tempel etc etc. Abgesehen davon dass man sich die Mehrwertsteuer zurückerstatten kann sind wider aller Gerüchte die Elektroartikel da aber auch nciht viel günstiger - höchstens durch einen günstigen Wechselkurs attraktiver.
Wenn die Stadt nicht breath-taking ist, dann ist es das Nachtleben allemal. Zumindest der Club der wir einen Abend beuscht hatten - ich hab gnaz den Namen vergessen - war wirklich gut. Allerdings hat es auch siene Schattenseiten: Als wir nachts durch eine Seitenstrasse geschlendert sind auf der Suche nach ner kleinen Bar ist eine Kakerlake über die Strasse gehuscht, die so gross war, dass sie Geräusche beim Krabbeln gemacht hat. Das Vieh war wirklich stattlich. dementsprechend haben wirs dann auch vorgezogen an der Hotelbar noch nen absacker zu nehmen (das Sherwood Hotel in Taipei ist übrigens sehr zu empfehlen)
Fazit: Die Stadt hat ein paar Highlights, die sich zu sehen lohnen, aber insgesamt ist die Stadt “erwachsener” als Shanghai oder HongKong. Das Leben pulsiert zwar in der ein oder anderen Ecke und man bekommt alles geboten was man sich wünschen kann, aber es hat nicht so den Wow-Effekt. In jedem Fall eine Reise wert - besonders durch das Umland und die Vielfältigkeit - aber eine 2. Reise muss nicht sein.
Ein klassisches “Schmeckt gut, brauchst Du aber nicht mehr kaufen”.
Futt-Massage
Als jetzt in der letzten Woche wieder Besucher aus Deutschland da waren hat sich die Gelegenheit ergeben nochmal zu einem meiner Lieblingsrestaurants zu fahren - im 98. Stock. Da es sich um einen japanischen Investor handelt und das Restaurant “uppest” Class sein will (nicht nur höhentechnisch) haben die dort sehr dekadente Toiletten - Tanja war davon so begeistert, dass sie ein Beweisfoto gemacht hatte …. was ich gerade nicht finde. Egal wird nachgereicht.
Links neben der Toilette hat man auf jeden Fall eine Art Laptop mit dem man die Toilette bedienen kann. Da gibts neben einem ordinären “Flush” (Spülen) auch die Temperatur des Toilettensitzes (natürlich beheizt), vorne spülen, hinten spülen (und ich mein nicht die Schüssel), vorne und hinten fönen und und und. Bei der Gelegenheit hab ich das auch mal alle ausprobiert und muss zugeben ich bin begeistert. Im Vergleich dazu machen wir noch in Löcher im Boden.
Morgen kommt schon der nächste Besuch (ich hab hier mehr Besuch als in Deutschland - ich weiss grad nicht wie ich das interpretieren soll) und dann ergibt sich die nächste Gelegenheit einen “Highend-Stuhlgang” zu geniessen.
PS: Ich frage mich wie es funktioniert, aber die hintere Spülung .. wie soll ich sagen .. trifft exakt ins .. naja … Schwarze. Ist schon toll was die Japaner können
Autobahnprobleme
Letzte Woche hatten wir uns irgendwas in den Reifen gefahren (kein Wunder, wenn man die ganze Zeit mit 140 aufm total verdreckten Standstreifen brettert). Heute stehen wir wieder im Stau weils regnet - ist für Chinesen so schlimm wie für Kölner Schnee. Und auf der Rückbank sitzt mein deutscher Chef, der für ne Woche hier ist und sich denken muss, dass wir hier nur den ganzen Tag im Auto sitzen…. Suboptimal!
Schweizer Freiheit
Gestern ist mir jetzt endgültig die Hutschnur wegen der chinesischen Inter etzensur geplatzt, weil selbst einige Podcasts nicht mehr funktioniert hatten (und da hört der Spass auf).
Ich hab mich zuerst auf die Suche nach nem kostenlosen VPN-Provider gemacht, aber entweder ist es unglaublich träge oder nicht so einfach zu installieren oder man kommt nicht auf die Supportseiten oder es ist sonstwas. Überhaupt ist die chinesische Regierung nicht blöd, denn man steht vor dem Henne-Ei-Problem: Die meisten VPN-Provider sind durch die Firewall geblockt und man braucht nen VPN Zugang, um auf die Seiten zu kommen, auf denen man VPN Zugang kriegen kann.
Das ist natürlich doof, denn sobald etwas mitdem Netz nicht stimmt ist man auf ne Website angewiesen, die man dann vielleicht nicht mehr erreichen kann. Daher hab ich mich auf die Suche nach nem Provider gemacht, bei dem man kein Abo oder ähnlich langwieriges abschliessen muss und bin bei SwissVPN gelandet und das fand ich mal richtig richtig gut!
1 Monat kostet 5$ (das sind momentan 3,60€), man zahlt via Kreditkarte - oder noch besser und viel schneller via Click&Buy, die Emailadresse bekommt der Anbieter über die Abrechnungsinfos, man selbst bekommt eine Website mit Nutzername und Passwort was wiederum für 1 Monat gültig ist. Sch ell noch das VPN eingerichtet (dauert unter Leopard keine 5min, da VPN Support schon von Hause aus drin ist). Jetzt hab ich wieder ganz normal Zugriff auf Facebook, Twitter, Picasa, Flickr & Co. Auch die Podcasts laden wieder wie sich das gehört und man fühlt sich wie entfesselt. Wieviel ist die Freiheit wert? Mir die 5$ im Monat allemal!
PS: hab das VPN noch nicht aufm iPhone getestet, sollte aber auch gehen
You are currently browsing the Big in ShangHai blog archives for November, 2009.
