Archive for Mai, 2009
Festschmaus
Gestern hatte ich es irgendwie nicht hinbekommen zu frühstücken oder zu mittag zu essen - daher hatte mein Magen dann abends angefangen sich selbst zu verdauen. Um dem entgegenzuwirken wollten wir dann irgendwohin essen gehn, einzige Bedingung: es soll chinesisch sein!
Die meisten Restaurants befinden sich in Malls oder zumindest nicht im Erdgeschoss, so dass Ausländer von vornerein schonmal ein Problem mehr haben, denn Du weisst nie wo jetzt genau welches Restaurant drin ist. Wir waren dann bei verschiedenen Locations. Das Witzige ist:
Im Obergeschoss befinden sich meist mehrere Restaurants. In der Regel - so hab ich das Gefühl - ist eines davon das Angesagteste. Dort drängelt sich dann eine Menschentraube und wartet auf Einlass (meist mit Nummer ziehen - wie beim Arbeitsamt nur leckerer). Die anderen Restaurants auf der Ebene sind meist unterbesucht und dümpeln so vor sich hin - einen Unterschied kann man aber von aussen eigentlich nicht ausmachen. Aber getreu der Devise “wo viele Chinesen stehen kanns eigentlich nicht verkehrt sein” hinterfragt man das besser nicht.
Wir sind dann mehr oder weniger von Restaurant zu Restaurant gezogen auf der Suche nach Wartezeit unter 1h (mein Magen war mittlerweile fertig mit der Selbstverdauung und hatte begonnen die benachbarten Organe anzugieren). Ih glaube das 4 oder 5 hatte dann nur eine Wartezeit von 15 Minuten, was akzeptabel war.
Das Witzige dabei ist, dass Chinesen es akzeptieren, wenn sie 1h oder mehr VOR dem Restaurant warten, aber wenn sie am Tisch sitzen muss das erste Gericht in den nächsten 10 Minuten auf dem Tisch stehen sonst wird rumgemotzt … find ich rigendwie komisch, ist aber so.
Wie dem auch sein: Wir haben dann so richtig auftischen lassen! Es war gutes Shanghainesisches Essen und die wissen wirklich was gut ist, da gibts keine Frage:
Zuerst gabs “Hühnergemüse” - eine Tofusorte und im Gegensatz zu was man in Europa bekommt mal richtig lecker. Dann kamen Schweinezunge, Gänse- und Rindermagen (letzteres nicht so meins, macht ja aber nichts), 2 verschiedene Sorten Dumplings (noahahaaa!!!) , Eier- und Glasnudeln, Garnelen, verschiedene Gemüsesorten die ich nicht kenne, die aber super schmecken, “Dudelsäcke” - eine sehr eigener Teigware mit nichts vergleichbar, aber superlecker, wird oft mit Gemüse gereicht und last but not least Squid - Oktopus.
Achja Suppe gabs auch noch … aber darauf hab ich zugunsten von fester Nahrung verzichtet.
Pickepackevoll sind wir dann so gegen 10 wieder gegangen. Zu dem Zeitpunkt war das Lokal auch schon fast leer. Chinesen bleiben wohl nicht bis in die Puppen. Auf dem Heimweg sind wir “zufällig” noch über einen “Cold Stone” gestolpert. Kannte ich vorher noch nicht, ist aber super! Also haben wir uns da noch ne Riesenportion Eis in den Rachen geschoben - man gönnt sich ja sonst nix!
Zu hause angekommen hatte der Aufzug seine max. Belatungsgrenze mehr als erreicht, aber Ächzen und Stöhnen konnte er mich dann doch noch hinaufbefördern =o).
Und heute morgen ist mir schlecht vom vielen Essen und ich glaub ich muss sterben - aber das war es wert!
CDD
In der Software-Entwicklung gibt es verschiedenste Ansätze, einer der bekanntesten ist Test Driven Development (TDD).
Im Design gibt es einen ähnlichen Ansatz - das Calvin-Driven-Development (CDD).
Hier der Beweis:
http://designpepper.com/2009/03/09/calvin-and-hobbes-super-stupendous-guide-to-design/
Wer schön sein will…
Heut hab ich gedacht “Hier komm mussde ma en bissl was für Dein Äusseres tun” und bin duschen gegangen. Und weil ich natürlich gründlich bin (wennschondennschon - ein Wort! Schauts im Duden nach) hab ich mir son halbes Pfund Peeling* ins Gesicht geschmissen. Und weil ja ins Gesicht schmeissen allein auch wenig hilft heissts ordentlich rubbeln und rubbeln … und rubbeln. Jetzt hab ich die ganzen blöden Bröckchen im Auge und seh aus wie ein Zombie. Das ist mal Körperpflege auf Männerart. Wer den Spott hat, braucht für Schaden nimmer Sorgen….
* Peeling für die Jungs die’s nicht kennen ist die Krümmelpaste eurer Freundin
Aaaaach gib mir doch was Einfaches
Diese Geschichte hat 2 Anfänge:
1. Nach langem Hin- und Her hab ich ja eingesehen, dass ich aus diversen Gründen ein privates Handy brauch. Obwohl ich ja grosser Verfechter der “postmodernen Handylosigkeit aus Trotz gegen jegliche Sinnbefreiung moderner Kommunikation” bin*.
2. Fand ichs schon sehr praktisch, als ein Kollege mal bei einer Gelegenheit seine Mini- Cybershot-Kamera für nen Schnappschuss zückte.
Warum nicht das Nützliche mit dem Sinnvollen kombinieren dachte ich und die trügerische innere Stimme log mir ins Ohr “Wenn Du 2 Geräte in einem kaufst sparst Du im Endeffekt noch”. Gut, gehört geglaubt hab ich mich auf die Suche nach einem Gerät mit folgenden Eigenschaften gemacht:
- telefonieren solls können
- mind. 5 Megapixel für einigermassen annehmbare Bilder
- GPS, um die Bilder auch gleich geotaggen zu können
Naiv wie ich bin hab ich mich auf die Suche gemacht frei dem “Desch is im Moment so hipp, do wirds scho was gebn”. Pffffhh es gibt zwar was, aber entweder is des schweineteuer oder es ist ein Klotz wie ein Schuhkarton. Entweder muss man die Geo-Daten mit nem Programm auf dem Computer ins Bild bringen oder man muss auf dem Handy ne Software mitlaufen lassen. Dazu gibts meist noch einen mehr oder minder guten Touchscreen auf dem eine mehr oder minder intuitive Bedienoberfläche mehr minder vor sich hinruckelt. Irgendwie hatte das alles weder Hand noch Fuss. Frustriert hab ich dann zu einem Billigst-Nokia dür 70€ gegriffen. Des kann nix, ist dafür aber flach und nervt mich nitt mit stressigem Menü-Auswendig-Lernerei. Jetzt warte ich ob im Juni das neue iPhone kommt (das erfüllt natürlich alle Anforderungen) und ansonsten lasse ich es dabei bewenden. Manchen Kunden kann man eben mit dem ganzen Firlefanz auch verschrecken, frei dem Slogan “Funtioniert auch in Japan … mit Adapter”. Ich hoffe nur das ist nicht das erste Zeichen des Altwerdens.
*Zitat moderner Handytelefonie: “Bist Du hier?” oder immer wieder gerne “Hörst Du mich jetzt?”
Frischobst
Da die Woche öfter ma recht spät wurde, hab ich dieses Wochenende mal nen Lauen gemacht und das neue Update von Apple auf Version 10.5.7 installiert. Wie immer ohne grössere Probleme (allerdings bis jetzt auch ohne wirklich grosse Verbesserungen).
Ein kleiner Tipp für meine (beiden) Apple-Leser: Mit Apfel+Tab kann man ja bekanntermassen durch die Programme springen (wie unter Windows), mit Apfel+< kann man durch die einzelnen Fenster einer Applikation springen … sehr praktisch!
Dafür macht mein Windowsserver umso mehr Probleme =o/ hat mich den ganzen Tag gekostet auf eine alte funktionierende VM zurückzurollen (Gottseidank gibts ja VMWare). Immerhin hat die Hardware ja auch schon en paar Jahre auf dem Buckel (und wird wohl chinesischen Boden nicht mehr verlassen).
Haircut
Oh wasn hier los? Sitze gerade beim Friseur und der spricht fast fliessend Englisch! Fast alle 5 Wörter! Ich bin begeistert! Und anstatt mich wie bei den letzten beiden Malen windelweich zu massieren bis mir die Haare von allein ausfallen kann ich hier in Ruhe bloggen während ich warte, dass ich dran komme …. Moment mal warten, dass ich drankomme? Das sind ja europäische Zustände! Unverschähmt! Die kriegen heut kein Trinkgeld! Ach verdammt kriegen die ja eh nie! So kann man nicht mal seinen Unmut kundtun … Die nehmen einem aber auch alles hier, diese Tiere!
Nachtrag: Den Beitrag hab ich wirklich während des Aufenthalts erstellt, aber leider vergessen zu posten - daher jetzt en bissl später
Report Guilin
So eine kurzer Abriss ueber den Kurztrip nach Guilin:
Freitag morgen gings mit Eastern China in 2 Stunden runter nach Südchina (Guilin ist in der Karte mit einem Erledigt-Flag versehen). Touristenklasse! CHINESISCHE Touristenklasse. Das ist ungefaehr wie die Kaefighaltung von Gefluegel… in einer Sardinenbuechse! Naja ich hab das getan was ich am Besten kann - gepennt! Dort angekommen haben wir uns dann ein Taxi nach Guilin-Stadt geschnappt. Der Halsabschneider hat fuer die 20km 12€ genommen! Was ein Wucher! Aber wir konnten wenigstens raushandeln, dass der Rueckweg dann für 5€ ist … alles Verbrecher hier!
Naja erster Tag war mehr so ein “schau mama was de Stadt zu bieten hat”. Was wohl? Menschenmassen! Unglaublich wo man hinkommt Menschen - als hätten die alle kein Zuhause. Naja Guilin selbst ist nicht soooo berauschend. Eine moderne chinesische Stadt - ohne wirkliches Flair wie beispielsweise italienische oder südfranzösische Städte. Aber immerhin - wie überall hier - jede Menge Restaurants. Naja wir haben dann noch eine Tagestour für den nächsten Tag gebucht und sind dann auch nicht allzuspät in die Falle gegangen, da es am nächsten morgen früh los ging. Die Bustour führte vorbei an jeder Menge Parks, Höhln, Hügeln und sonstigen naturgegebenen “Sehenswürdigkeiten”. Alles sehr nett und auch ne sehr schöne Landschaft, ich muss aber gestehen, dass es mich jetzt nicht umgehauen hat. Zumal alles sehr stark auf den Tourismus ausgelegt ist und man dauernd mit dem Elend der armen Leute konfrontiert ist. Da kann so richtig tolle Entspannung nicht aufkommen. Man fühlt sich als mittelmässig gut Verdienender immer irgendwie schuldig, weil diese Leute mit dem Geld auskommen muss, dass man selbst aus der Tasche rausnimmt weils nur den Geldbeutel ausbeult. Daran muss man sich hier echt gewöhnen und bis dato hab ich das noch nicht geschafft. Wie dem auch sei, die Tour bestand glaube aus allem, was es in Guilin so an wichtigem zu sehen gibt - inklusive der obligatorischen Bootstour. Die Bilder sind ja schon einiger Zeit in der Gallerie zu sehen.Das Wetter war im Übrigen nicht ganz so toll, was aber von Vorteil war, da man nicht ganz so schwitzte. Und mit man meine ich natürlich mich. Die chinesische Rasse (sorry aber das bezeichnet man überall so ausser in Deutschland) hat gar keine Schweissporen und schitzt folglich auch nie … unglaublich!
Am Sonntag dann waren wir im grössten Park Guilins - der sogenannte 7 Hills Park. Warum der so heisst is denke ich klar. Das Wetter war atemberaubend: knapp 30Grad, leichte Brise, keine Wolke am Himmel, geringe Luftfeuchtigkeit. Trotzdem geschwitzt … als Einziger! Im Park war ein intergrierter Mini-Freizeitpark mit GoCart-Bahn …. da gabs natuerlich kein Halten mehr. Also mit dem Guide 2 Tickets gekauft und rauf aufn Bock. Leider waren weder die Carts noch die Bahn wirklich gut, trotzdem hab ich meiner Begleitung gute 5 Minuten auf 200m abgenommen… daher haben wirs dann auch schnell sein lassen. Trotzdem tolles Gefuehl mal wieder hinter einem Steuer zu sitzen (ich vermisse Ashley ja so sehr!).
Abends gings dann wie versprochen für 5€ wieder zurück zum Flughafen und um halb 11 waren wir wieder im kühlen Shanghai … irgendwie ein gutes Gefühl wieder zu Hause da zu sein.
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