Archive for the ‘Kultur’ Category
Die noerdliche Hauptstadt
…eine Sach- und Lachgeschichte!

Freitags morgens hab ich mich hundemuede in den Flieger geschleppt und hab mich endlich auf den Weg in die Hauptstadt gemacht. Eigentlich wollte ich nicht wirklich nach Peking, weil ich vermutete, dass es da viel Kultur, viele Palaeste und noch mehr Tempel zu sehen gibt und ich davon eigentlich schon genug hab. Aber wenn man mal laengere Zeit in China war, dann ist der Trip einfach ein Muss. Zum Glueck wurde mir ein sehr sehr schoenes Hotel in der Innenstadt organisiert: das Crowne Plaza (kann ich uneingeschraenkt empfehlen).
Kaum angekommen gings dann leicht gehetzt auch direkt zum Sommer Palast. Eine Anlage etwas ausserhalb der Stadt, in die sich der Kaiser an den heissen Tagen zurueckzog. Natuerlich sehr imposant, vor allem die Groesse des Gelaendes.
Aber auch irgendwie uebertrieben - voellig uebertrieben. Das war der erste Eindruck von Beijing und der sollte sich noch weiter festigen.
Naja ehrlich gesagt lassen mich solche Kulturstaetten relativ kalt. Nichtsdesto trotz schoen ma gesehen zuu haben - jetzt kann ich zumindest mitreden.
Zurueck in der Stadt gabs Abendessen. Pekingente hab ich verweigert, weil ich sie schon in Shanghai hatte und immer noch nicht weiss was so toll daran ist (nicht zu vergleichen mit deutscher Pekingente die lecker ist). Also gabs die beruehmten Beijing Noodles - kalte Nudeln mit Gemuese und einer herzhaften Sosse … superlecker. Und gebratene Milch - auch lecker! Ich weiss gar nicht mehr wann, aber irgendwann sind wir auch noch ueber die Foodstreet geschlendert, von der ich gleich mehr berichte.
Abends gings dann noch nach Houhai - einer Barstrasse. Anders als in Shanghai knubbeln sich da irgendwie (gefuehlt) alle Bars der Stadt. Jede Bar bietet mehr oder minder attraktive Live-Musik (alles so Fahrstuhlmusik) und jede Bar bietet jede Menge Couches im Freien und drinnen. War ganz nett - aber irgendwie keine echte Party-Atmosphaere (jedenfalls nicht vergleichbar mit dem “was ich so kenn”).
Naja ich brauchte ja auch noch genug Energie fuer Tag 2 - der fing naemlich direkt mit der grossen Mauer an … Himmel und Menschen hatte ich erwartet … und bekommen. Naja die Mauer ist wie der Somemrpalast - masslos uebertrieben. Anders ist es nicht zu beschreiben. Und wenn man sich daran erinnert, wieviel Schweiss und Blut fuer den Bau geopfert wurde stimmt einen das schon nachdenklich. Nichts desto trotz natuerlich schon imposant. Vor allem wenn man gefuehlt die ganze Mauer abgeschritten hat. Mir tun immer noch die Fuesse weh.
Im Anschluss gings wieder in die Stadt zurueck und in eine grosse Einkaufs- und Flaniermeile, die sozusagen den Zubringer in die verbotene Stadt darstellt. Dort gabs dann ein sehr lokales Mittagessen (gedrechselte Knochen mit einem Hauch Lamm) und schliesslich erreichten wir den Platz des Himmlischen Friedens, der sich direkt vor der verbotenen Stadt befindet und der groesste Platz der Welt ist (Stichwort uebertreiben). Anschliessend gings eine Metrostation Richtung Hotel und vorher machten wir noch einen Abstecher in besagte Foodstreet auf der alles moegliche (fuer Touristen) angeboten wird…
Ein bisschen Skepsis ist zwar angebracht:
schmeckt aber lecker!
Die kleinen Skorpione, die man auf dem andern Foto im Album sieht, leben im Uebrigen noch und wackeln froehlich aufgespiesst vor sich hin. Daran darf man sich nicht stoeren.
Abends gings dann noch Richtung Olympic Center mit dem beruehmten Vogelnest - sehr imposante Konstruktion! Das ist schon eher nach meinem Geschmack.
Fuer den naechsten Tag war dann wohl der groesste Brocken geplant: Forbidden City. Bevor ich mir aber die volle Droehnung Kultur geben konnte, brauchte ich noch was echt cooles. Nur einen Steinwurf von der verbotenen Stadt - wobei ich mir sicher bin, dass Steine werfen dort verboten ist, steht die neue Beijing Oper, und das Gebaeude trifft genau meinen Geschmack. Einfach eine irre Konstruktion!
Natuerlich auch wieder mit Superlativen gespickt, aber laesst man mal dieses Groesste, Dickste, Laengste beiseite einfach nur ein sehr schoener Bau. Fuer 4 Euro durfte man auch die 3 grossen Hallen - die Oper, das Theater und die Konzerthalle - besichtigen. Dabei hat mein Deo (was mehr als noetig war weils 30 Grad hatte) beinah einen Code Red ausgeloest. Naja safety first und mit so einem Deo kann man ja schon so 2, 3 Haeuserblocks sprengen.
Naja egal, war auf jedenfall toll! Mental gestaerkt gings in die verbotene Stadt - ich nenn sie gern die uebetriebene Stadt. Stadt ist in dem Zusammenhang uebrigens nicht uebertrieben - es ist kein Dorf, sondern eine echte Kleinstadt. 90% machen allerdings irgendwelche Hallen aus - man gelangt von einem Thronsaal in den naechsten.
Es steckt natuerlich auch jede Menge (langweilige) Geschichte dahinter, welcher Kaiser mit welcher Geliebten welches Kind gezeugt hat, welches dann wiederum seine Geschwister getoetet hat, aber sich das alles zu merken ist ein Unding. Nach der verbotenen Stadt gings in eine der zahllosen Seitengaesschen - sogenannte Hutongs, wo man das “urspruengliche” Leben sieht. Wir hatten einen ganz guten Hutong erwischt, der nicht tourisiert war. Leider hab ich keine Fotos davon gemacht - is aber auch nicht sonderlich “fotogen”
Anschliessend gings nach einer kurzen Erfrischung im Hotel in ein von mir ausgesuchtes Restaurant -> ein Expat-Shelter. Ich weiss nicht, aber die finde ich immer zielstrebigst (liegt vielleicht an meinem Expatriate-Status). War aber sehr gut. Es handelte sich um ein Restaurant, welches sich auf Dumplings, sprich Jiautze und Bauze spezialisiert hat. Dementsprechend haben wir … nein ich… zugeschlagen.
Abends haben sind wir dann nochmal durch einige Souvenirstrassen gebummelt und sind in Houhai auf einen Hopfenbluetentee und ein Spielchen eingekehrt.
Am letzten Tag gings dann doch nochmal in einen Tempel - der Temple of Heaven. Ein tibetanischer Tempel. Die Besonderheit ist, dass es dort - im Gegensatz zum normalen Buddhismus - maennliche und weibliche Buddha gibt und man diese auch in eindeutigen Posen sieht:
Bhudda of “Happiness” - das is die Happiness von der die Chinesen immer reden? AH!
Dann war der Kurztrip auch schon wieder beendet und es ging zum Flughafen, der vielleicht gigantisch sein mag (Terminal 3 allein ist so gross wie Heathrow), aber zumindest den Teil den ich gesehen hatte war ziemlich schaebbig.
Fazit: Beijing ist ein ganz andere Stadt und unterstreicht einmal mehr meine Aussage, dass solche grossen Staedte ihre ganz eigene Kultur haben. Eine Stadt anhand von 4 Tagen zu beurteilen waere unfair, auf den ersten Blick ist sie aber definitiv nicht so “shiny” wie Shanghai oder HK.
Von der beruehmten Warmherzigkeit der Beijingnesen hab ich nicht viel mitbekommen - ich denke aber, dass es sich durchaus lohnen koennte laengere Zeit dort zu leben, um den Flair und die geheimen Ecken zu erkunden. Auf meiner Staedte-Skala belegt Beijing trotzdem nur einen der unteren Plaetze. Unangefochtene Nr. 1 ist und bleibt HK, dicht gefolgt von Shanghai itself. Die naechste Metropole ist Shenzhen (12 Mio Einwohner). Mal sehen ob sich dann was in den Charts tut (verraten wird noch nix).
Die “Weihnachtsfeier”
Gitbs hier natürlich in dem Sinne nicht - dafür das Appreciation Dinner. Eine Mischung aus Weihnachtsfeier, Karneval, Karaoke, spass und bitterem Ernst.
War ein sehr kurzweiliger Abend, die Bilder finden sich an gewohnter Stelle - leider sind die Videos a Stückerl zu gross um sie zu posten… vielleicht krieg ich sie am Wochenende runtergerechnet, hab ich aber noch nie gemacht. Also versprechen will ich nix.
Shanghai unter Feuer
Kurzer Nachtrag:
Am 01. Mai wurde ja die Expo eröffnet - mit einem entsprechenden Feuerwerk - das chinesiche Staatsfernsehen berichtete:
Disney Land
… nur ohne das ganze Viehzeugs.
Das ist der erste Eindruck von Singapore. Und der 2. und der 3. Ich sag ja immer Shanghai ist nicht China und Westler mögen mir zustimmen (Chinesen steinigen mich dafür) und Shanghai ist schon einigermassen sauber im Vergleich zu China. Wenn man aber nach Singapur kommt glaubt man die ganze Insel wäre ein Reinraum - ein Traumziel für Mr. Monk. Ich glaub die putzen sogar einmal im Monat die Bäume.
Man merkt sofort wieder die englische Kolonialherrschaft, einmal durch die Architektur, 2. durch die durchgehend logische Beschilderung, 3. legen die Menschen wert auf ihre Autos und Motorräder (und da sieht man schon ganz nette) und natürlich am ehesten am Linksverkehr.
Das Zentrum der Stadt ist natuerlich winzig, wobei Zentrum in dem Sinne nicht ganz stimmt, denn es gibt eigentlich mind. 3 - einmal das “Normale”, dann Chinatown und Little India. Und das ist echt richtig cool. Ich dachte ja immer diese Ghetto-Bildung kann irgendwie nicht so dolle sein, aber dadurch besucht man im Prinzip 3 verschiedene Kulturen in einer Stadt und hat viel mehr Auswahlmöglichkeit an authentischen Restaurants, Bars, Cafes, Geschäften. Das ist schon sehr attaktiv. Allerdings hat die Stadt architektonisch keine gigantischen Highlights zu bieten … abgesehen von diesem 3teiligen Gebäude:
Bisher hab ich ja gesagt wer nach China will sollte erstmal Hong Kong besuchen, damit der Kulturschock nicht allzugross wird. Dasselbe gilt für Singapur: Wer Asien sehen will kann erstmal nach Singapur fahren, um “reinzuschnuppern”.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht allzuviel tagsüber von der Stadt gesehen hab. Die kurze Zeit die ich da war hab ich das Nachtleben genossen, das ganz klassischer gehobener westlicher Standard ist. Leider ist der Alkohol da richtig teuer, da es eine Sin-Steuer gibt - ich weiss allerdings immer noch nicht ob Sin eine Abkürzung ist (SIN = Singapur) oder nicht (Sin = englisch: Sünde). Ht mich aber nicht davon abgehalten sehr spät ins Bett zu fallen und entsprechend spät wieder aus den Federn zu kommen. Machte aber auch nichts weil die Stadt - mal wieder - aus flüssiger Lava gebaut wurde - oder zumindest auf. Jedenfalls war es mal wieder brüllend heiss, ich weiss nicht womit ich das verdient hab. Beim 5l-Marathonschwitzen haett ich auf jeden Fall olympisches Gold bekommen. Ich weiss nicht was das ist - die nächsten Ziele gehen auf jeden Fall nach Norden (vielleicht Beijing oder Seoul) das hält ja sont kein Mensch aus.
Vor den Toren Singapurs gibt’s auch einen “Spielplatz” für die Stadt - ähnlich wie in Hong Kong - mit Theme Parks, Strand, Dschungel, Resorts und allem womit an seine Freizeit verplempern kann.
Dort hab ich mich dann auch während der Nachmittagshitze in das Aquarium verzogen - mit Streichelzoo.
Das ist mal richtig cool! Da kann man Rochen, kleine Haie streicheln und andere Fische streicheln. Sollte man aber nicht verwechseln mit dem Fütterbecken (kein Witz!) das ist auch oben offen und da kann man kleine Häppchen rein werfen, sollte aber NICHT die Hand reinhalten. Was mich stutzig gemacht hatte war, dass in beiden Becken die Haie für mich als Laien gleich aussahen … hmm nicht drüber nachdenken! Hab auf jeden Fall die wichtigsten Finger noch beisammen (nicht so wie mancher Wintersportler).
Den letzen Abend hab ich dann im berühmten Zouk-Club verbracht - zusammen mit Herrn Sied van Riel. War mal wieder ne richtig gute PArty - nur dass gegen 4 die schotten dicht gemacht wurden und mal wieder der Alkohol schweineteuer war.
Alles in allem eine sehenswerte Stadt, aber in der Kürze der Zeit war es schwer den Vibe mitzubekommen und irgendwie war sie mir trotz Little India und Chinatown nicht exotisch genug. Ist halt alles schon sehr international. Hong Kong gefiel mir da besser - das war schon en Stück mehr Asien.
Trotzdem könnt ich mir gut vorstellen, da so 5 bis 10 Jahre zu arbeiten ;o) Vietnam, Malaysien, Thailand, Bali & Co direkt vor der Tür - das hat schon was!
Feiertage-Fazit
Das grösste chinesische Fest geht für mich heute abend zu Ende - morgen ist wieder Arbeit angesagt - auf den heiligen Sonntag! Das liegt daran, dass die Chinesen ihre Wochenende zu Feiertagen verschieben, um Brückentage zu vermeiden. Über Sinn oder Unsinn lässt sich dabei vortrefflich streiten, denn abgesehen von mir (und meinem Fahrer) geht kein Mensch morgen arbeiten - naja oder zumindest viele nehmen den Tag frei.
Wie dem auch sei, eine gute Gelegenheit ein kleines Fazit zu ziehen:
Ich hatte mich entschlossen auch dieses Jahr in Shanghai zu bleiben, da Reisekosten zu der Zeit in absurde Höhen schiessen und es sowieso ein Riesenchaos ist - da will man nicht mittendrin stecken. Also bleibt man hier und feiert in der dann fast leeren Stadt (das ist allerdings relativ). Was ich nicht erwartet hatte war, dass doch noch so viele Expats/Langnasen in der Stadt geblieben sind - teilweise hat man auf der Strasse mehr Ausländer als Locals gesehen. War aber auch mal ganz angenehm. Einem (mir fällt aber nicht mehr ein wem) ist aufgefallen, dass auch die Taxis sauberer sind und besser riechen. Das stimmt sogar, aber noch wichtiger ist, dass die meisten Fahrer viel entspannter waren.
Über die Feiertage hat man ganz unterschiedliche Leute kennengelernt: Australier, Taiwanesen, Texaner und Amerikaner (ja da unterscheide ich), Franzosen, Briten, Russen, Malayen & Singapurianesen. Vom Kunstlehrer über Bänker & Finanzexperten bi zum Architekten gabs auch ein breites Spektrum an Professionen, was die Sache natürlich nochmal interessanter macht. Nur eines haben alle gemeinsam: eine sehr aufgeschlossene Haltung.
Die meisten haben schon in vielen Teilen der Welt gearbeitet - für ein Jahr oder mehr und viele haben viele Erfahrungen sammeln können (sowohl gut als auch schlecht) - da kann man nur von profitieren. Es war echt fantastisch verschiedene Meinungen zu hören, sich auszutauschen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen. Das ist etwas, was ich so in der Art und Intensität vorher nie erlebt hatte.
Und so ging die Woche doch sehr schnell rum mit feiern, Leute kennenlernen, brunchen, lunchen und wieder feiern. Dazu kam noch das super Wetter. War zwar durch den klaren Himmel saukalt, aber dafür hatten wir den ersten tollen Sonnenschein in diesem Jahr und klaren Himmel (und das heisst hier was)
Alles in allem sehr gelungen - und sogar recht günstig, denn i.d.R. gabs in den Clubs Open Bar für 10 bis 15 Euro. Jetzt ist aber erstmal Fasten angesagt, eine Woche schlaucht ganz schön. Eigentlich wollt ich jetzt die nächste Zeit mal etwas kürzer treten, aber Ende nächster Woche gehts nach Singapore - und ich glaub nicht, dass ich mir da di Partys entgehen lassen will.
Aber danach ist wirklich fasten angesagt!
Bestimmt! Glaub ich….
Massage-Island
Sitze gerade gemütlich in einer der zahlreichen Strandbars und warte auf meine Abendbegleitung (nicht das was ihr denkt, sondern 2 Engländerinnen, die ich auf dem Flug kennengelernt hab).
Die Insel Boracay ist wirklich wunderschön, naja zugegebenermassen hab ich ausser von dem ewig langen Strand noch nicht viel gesehen. An ihm reihen sich die Hotels, Bars und Resorts wie an einer Perlenkette auf. Dabei hab ich grosses Glück gehabt mit meinem Hotel, denn es liegt sehr zentral und doch so, dass man das Gebumber der Clubs links und rechts nicht hört. Mein Zimmer ist sehr schlicht, aber gemütlich - genau so wie man es sich vorstellt. In einem 5 Star SchnippSchnapp Hotel würde man sich hier glaub eh komisch vorkommen. Insgesamt herrscht eine mehr als relaxte Stimmung, alles läuft easy, Uhren gibts sowieso in dem Sinne nicht. Die Einzigen, die diese Stimmung zerstören ist eine Gruppe Europäerinnen, die meinen sie müssten hier gerade hochhackig über den Strand wackeln. Naja manche kriegens eben nicht so ganz mit.
Taipei Teil II
Downtown:
So nun endlich mal zur Stadt Taipei selbst:
Taipei ist in ein ehemaliges Seenbecken gebaut und daher ziemlich flach, wobei es aber schon an die Berge Taiwans grenzt wodurch man ruckzuck in den Teeplantagen und damit in der Natur ist. Eines der längsten und ehrgeizigsten Tunnelprojekte der Welt beginnt gleich hinter Taipei und zieht sich unter dne Bergen bis fast zum andern Ende der Insel und ermöglicht so anstelle 6 Stunden Fahrt derer 2, wodurch auch Tagesausflüge auf die andere Seite möglich werden was wir aber jetzt nicht gemacht haben.
Taipei merkt man an, dass es die Boom-Zeit schon lang hinter sich hat. Anstatt wie es heute der Fall ist in wirtschaftlich guten Zeiten einen Prachtklotz neben den anderen zu setzen (siehe Dubei & Shanghai) konzentrierte man sich wohl eher um den Ausbau der Wirtschaft. Dadurch wirkt die Stadt nicht wirklich imposant. auc hhaben wir kein wirkliches Stadtzentrum gefunden, keine “Must-Go” Fussgängerzone oder ähnliches. Das verwirrt anfangs ein bisschen, aber man findet sich schnell damit zurecht. Auch dass die Bahn überirdisch (auf Gummireifen!) fährt ist gewöhnungsbedürftig und ich will nicht wissen wie heiss es da drin im Sommer wird.
Das Prunkstück der Stadt ist natürlich der Taipei 101. Und das Türmchen ist auch beeindruckend. Derzeit ja noch der höchste fertiggestellte Turm der Welt (der in Dubai wird Anfang Dezember eröffnet), aber wenn man in Shanghai das Financial Center jeden Tag sieht ist es dann doch nicht mehr ganz so interessant. Denn Taipei 101 mag zwar höher sein, das erreicht es aber nur mit einer entsprechend langen Antenne, während das Financial Center komplett darauf verzichtet. Daher ist die Aussichtsplattform in Shanghai auch höher als die in Taipei. Nichtsdestotrotz hat der Tower so einiges zu bieten:
Erstmal eine tolle Plattform mit einem tollen Blick über die ganze Stadt. 2. einen wahnsinnig schnellen Aufzug (mit Spoilern für bessere Aerodynamik) sowie noch das ein oder andere Highlight (wie beispielsweise der Schwingungsdämpfer in Gold). Gottseidank hatten wir ein traumhaftes Wetter erwischt und es war so gut wie nichts los auf dem Turm so dass wir in aller Ruhe durch konntne und nirgends warten mussten.
Ansonsten hat die Stadt natürlich all das übliche zu bieten: Parks, Museen, Einkaufsmeilen, Nachtmärkte, Tempel etc etc. Abgesehen davon dass man sich die Mehrwertsteuer zurückerstatten kann sind wider aller Gerüchte die Elektroartikel da aber auch nciht viel günstiger - höchstens durch einen günstigen Wechselkurs attraktiver.
Wenn die Stadt nicht breath-taking ist, dann ist es das Nachtleben allemal. Zumindest der Club der wir einen Abend beuscht hatten - ich hab gnaz den Namen vergessen - war wirklich gut. Allerdings hat es auch siene Schattenseiten: Als wir nachts durch eine Seitenstrasse geschlendert sind auf der Suche nach ner kleinen Bar ist eine Kakerlake über die Strasse gehuscht, die so gross war, dass sie Geräusche beim Krabbeln gemacht hat. Das Vieh war wirklich stattlich. dementsprechend haben wirs dann auch vorgezogen an der Hotelbar noch nen absacker zu nehmen (das Sherwood Hotel in Taipei ist übrigens sehr zu empfehlen)
Fazit: Die Stadt hat ein paar Highlights, die sich zu sehen lohnen, aber insgesamt ist die Stadt “erwachsener” als Shanghai oder HongKong. Das Leben pulsiert zwar in der ein oder anderen Ecke und man bekommt alles geboten was man sich wünschen kann, aber es hat nicht so den Wow-Effekt. In jedem Fall eine Reise wert - besonders durch das Umland und die Vielfältigkeit - aber eine 2. Reise muss nicht sein.
Ein klassisches “Schmeckt gut, brauchst Du aber nicht mehr kaufen”.
Krumms chinesisch essen
So peut a peut will ich mal ein wenig berichten, was ich mit meinen letzten Besuchern hier so erlebt hab. Nr. de Reihe wird - natürlich - das Futtern in SHA. Ich glaube alles in allem waren die beiden schon recht beeindruckt, wie unterschiedlich das chinesische Essen hier doch von dem Frass zu Hause ist, das einem ein Geschlitzter mit Akzent vorsetzt.
Dabei hab ich versucht so ein klein bisschen von “westlich akzeptabel” bis zu “jetzt wirds ernst” zu gehen. Am letzten Abend waren wir dann beim Shanghainesen (der im Gegensatz zum Kantonesen noch nicht ma bekannt für was Ekliges is).
Ich hatte noch nicht mal was schlimmes bestellt - Rinderdarm war das “Ungewöhnlichste”:
Trotz aufopferndem Heldentum fürs Vaterland, war die Freude (vor allem nachdem der erste Bissen unten war) sagen wir mal … dezent verhalten:
Aber immerhin hatte sie probiert und sich getraut. Das müssen andere erst noch beweisen und daher kriegt sie von mir das Nahrungstapferkeitslob in Bronze. Krummi hat sich dagegen nur köstlich über sie amüsiert und geht leer aus (wobei er das verkraften wird - schliesslich hatte er ja an dem Abend schon genuch Spass).
Aber nicht alles war schlecht und so wurde an anderer Stelle umso kräftiger reingehauen, z.B. an unserem Teppanyaki-Abend:
Dort wars wohl ganz nach dem Geschmack aller Anwesenden: “Chinese! Richte er uns Kuh (Tanjas lauter Einwand war “NUR das Fleisch”) auf heissem Tisch zu” - was der Knecht dann auch mit grossem handwerklichen Geschick getan hat.
Ich denke der Abend hat das Prädikat “uneingeschränkt wiederholbar” durchaus verdient und zum Neid aller die schonmal da waren werd ich das auch tun - is ja nurn paar Strassenzüge von hier entfernt ;oP
Nächstes Mal (hoffentlich morgen) berichte ich dann von unsern Raubzügen durch die Fakemarkets dieser Stadt…
Hong Kong die Erste
Das erste Ziel war HongKong. Um Geld zu sparen kann man anstatt direkt HongKong anzufliegen auch Shenzhen anfliegen und fährt dann mit dem Bus ne gute Stunde nach HongKong rein - das kostet ungefähr 9Euro mehr für den Bus, aber 1/3 der Flugkosten. Soweit die Theorie. In der Praxis muss man sich durch das ganze Zoll- und Sicherheitsgedöns am Flughafen schlagen. Nachdem man das geschafft hat, nimmt man einen 15Minuten-Bus zur Grenzstelle zwischen Hongkong und Mainland China. Mit Geldwechseln haben wir dort gute 1,5 Stunden gebraucht, weil man erstmal komplett aus China raus muss, nur um dann 2m weiter wieder komplett nach HongKong reinzukommen … mit jeder Menge Formulare, Grind und Gedöns.
Das kann einem schon den allerletzten Nerv rauben, von Zeit ganz zu schweigen und so haben wir dann auch einen Bus nach HK Downtown verpasst. Glücklicherweise kam der nächste recht flott.
Am ersten Abend haben wir nur mal grob die nähere Umgebung zum Hotel ausgespäht und den berühmten Tempelmarket (= hongkongnesisch für Fake Market) und die Touristen-Fressgassen abgeklappert. Da hab ich dann auch meine erste Chili-Crab Krabbe gegessen. Viel zu viel Arbeit, aber ne Riesensauerei - also genau das richtige für mich. Der erste Eindruck von der Stadt ist, dass man sehr deutlich den britischen Einfluss spürt - was ich als sehr positiv empfunden hab, vor allem was die englische Sprache angeht.
Am 2. Tag haben wir übergesetzt zur HongKong Island. Nach anfänglichem Hin und Her haben wir uns entschlossen getrennte Wege zu gehen und ich hab mich darauf konzentriert die Shopping Malls nach dem neuen iPhone abzuklappern. Leider gibt es das aber nur mit Vertrag oder online - oder man findet einen der wenigen Läden, die sozusagen den Vertrag auf ihre Kappe nehmen - dann legt man aber nochmal gut 150Euro obenauf …. für ein Telefon? Ne das lohnt nicht. Jetzt versuch ich für meinen 2. Trip das Phone online ins Hotel zu bestellen, ansonsten lass ichs. Abends sind wir dann noch ein bisschen planlos durch die Stadt geirrt.
Der 3. Tag war der beste, da ein Hongkongnese uns unter seine Fitiche genommen hat und uns ein paar schöne Seiten HongKongs gezeigt hatte - so z.B. den Strand auf den Bildern auf der anderen Seite von HK Island, HK Peak und einen weiteren Fabric Market. Wir haben mit ihm auch in einem typischen kleinen hongkongnesischen Restaurant gegessen und da sieht man dann wieder die Verbundenheit mit China. Wie im Übrigen auch die hongkongnesische Einstellung zur Ehe, Ehebruch, Treue und Fremdgehen der chinesischen sehr ähnelt. Zu diesem Thema hab ich übrigens in der Zeitung im Hotel gelesen, dass schockierende 20% aller Jugendlichen auf dem College schon Sex haben und das auf das schlechte Elternhaus zurückgeführt wird - schon irritierend diese Doppelmoral, aber das ist ein ganz anderes Thema zu dem ich bei Gelegenheit ma meinen Senf geben muss.
Am letzten Tag hat uns dann von Osten ein Taifun eingeholt, so dass es aus Eimern geschüttet hat. Wir hatten glücklichweise eh nichts mehr vor, ausser zum Flughafen zu fahrn und das oben beschriebene Verfahren wieder rückwärts zu durchlaufen. Diesmal glücklicherweise wesentlich schneller und so konnte ich meinen Flieger nach Sanya pünktlich kriegen.
Der 2. Teil des Trips in Sanya wird morgen gepostet
Namensgebung
Der Chinese an sich sagt immer zuerst den Familiennamen und dann den Vornamen, in meinem Fall Ge Qiang, Ge abgeleitet von meinem Familiennamen und ebenfalls ein bekannter chinesischer Nachname und Qiang mein “Given Name”. Interessant ist dabei, dass Chinesen sich nur einen westlichen Vornamen (oder das was sie dafür halten) geben, Expats aber komplett neu bestückt werden. Wie dem auch sei, dieses Nachname-Vorname erinnert mich an was, wenn ich nur wüsste was …..
…. mal den Becker-Heinz fragen ;o)
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